Ascalon

Israel | Royaume de Jerusalem

Visites :


Toponymes connus

  • Ascalon
  • Asqalan - ʿAsqalān / عسقلان Arabic
  • Ashqelon - Ashqelon / אשקלון Hebrew

Description

Français | Deutsh

Geschichte

Zwanzig Tage nach der Eroberung Jerusalems marschierte eine von Wesir al-Afdal geführte ägyptische Armee in Palästina ein. Gottfried von Bouillon, „Beschützer des Heiligen Grabes“, konnte kaum 1200 Ritter und etwa 9000 Infanteristen in der Nähe von Yebnâ zusammenrufen. Sie schufen es, noch bevor sie zu den Waffen greifen konnten die Ägypter zu überraschen und sie vernichtend zu schlagen.

Graf Robert von Normandie bemächtigte sich des Standarts des Wesirs, das später in der Grabeskirche gehängt wurde. Gottfried beschloss sofort Askalon zu belagern. Doch machten Rivalitäten zwischen ihm und Graf Raimund von Toulouse den Sieg unmöglich. Die Einwohner von Askalon, erinnerten sich an das Schicksal der Jerusalemer ein Paar Wochen früher; sie hissten den Banner von Graf Raimund, der bei der Ertoberung von Jerusalem seine Redlichkeit gezeigt hatte und die Garnison des Davidturms frei nach Ägypten hatte gehen lassen. Gottfried forderte die Stadt für sich selbst. Raimund verzichtete lieber auf die Stadt und forderte sie auf, zu widerstehen, da die Baron bald nach Europa zurückkehren würden ! Die Folgen des Verrats waren verhängnisvoll: Askalon wurde der Brückenkopf der Fatimidischen Einbrüche in Palästina und verhinderte die Franken in Westjudea zu handeln.

Im September 1101 stieß in Ascalon Gottfrieds Bruder und Nachfolger Baluin I. (1100-1118) ein neues ägyptisches Heer zurück. Ein weiterer Versuch des Wesirs al-Afdal scheiterte im Mai 1102 in Jaffa. 1105 führte al-Afdals ein von seinem Sohn Senâ al-Mulk Husain befehligtes Heer nach Askalon, um Palästina zurückerobern. Er wurde nochmal geschlagen und der Gouverneur von Ascalon Jamâl al-Mulk fiel in der Schlacht.Während 1106 Baldwin in Galiläa verweilte konnten die Garnisonen von Askalon, Tyr, Sidon und Beyrouth die Burg Chastel-Arnoul ( Castellum Arnaldi ) erobern und die Garnison massakrieren. Im Frühling 1107 versuchten die Ägypter von Ascalon mit Hilfe von Türken aus Damaskus das auf dem Weg von Askalon zum TotenMeer gelegene Sankt-Abraham (Hebron) zu nehmen. König Balduin konnte sie aber mit 70 Rittern in der Frühe überraschen und vertreiben.

Im Jahre 1110 beschloss der Gouverneur von Askalon Shams al-Khilâfa einen Nichtangriffspakt mit König Balduin, um sich der Vormundschaft der Ägypter zu befreien. Der Wesir al-Afdal schickte eine Armee gegen die Franken, ein Vorwand um den Gouverneur zu entmachten. Letzterer entließ seine ägyptischen Soldaten und verweigerte den Fatimiden den Eingang der Stadt. Aus Misstrauen erwarb Shams al-Khilâfa armenische Söldner und erkannte sich in Jerusalem als Vassal Königs Baldwin. Dreihundert fränkische Soldaten begleiteten ihn auf dem Rückweg nach Askalon und bildeten seine Leibgarde gegen gelegentliche Aufstände der Bevölkerung.

Bereits 1111 beendeten die Notabeln der Stadt das fränkische Protektorat und massakrierten Shams al-Khilâfa und seine Leibgarde. Balduin konnte nicht verhindern, dass eine neue Garnison aus Ägypten die Stadt besetzte. 1113 versuchte sogar diese Garnison Jerusalem anzugreifen, während Baldwin mit einer türkischen Invasion in der nähe des Sees von Tiberiad beschäftigt war.

Im Jahre 1115 scheiterte ein ähnlicher Versuch gegen Jaffa mit Unterstützung von neun Kriegsschiffen aus Ägypten. Während der Gefangenschaft Königs Baldwin II. (1118-1131) belagerte eine starke ägyptische Armee Jaffa, mit Hilfe von 60 Kriegsschiffen. Sie wurde vom Patriarch von Jerusalem Gormond von Picquigny in Ibelin geschlagen. Eine vom Doge Domenico Michiel (1117-1130) geführte venezianische Flotte vernichtete währenddessen nach einem geschicktem Manöver die ägyptische Flotte. Nach ihrem Sieg gelang es den Lateinern das Meer zu beherrschen und sie beschlossen, die letzten moslemischen Häfen der Küste, Tyrus und Askalon anzugreifen. Um dem vorzubeugen versuchte die Garnison von Askalon, Jerusalem anzugreifen. Sie wurde aber von der Bevölkerung zurückgestoßen. Während der Belagerung von Tyrus machten die Askaloner eine Razzia in Judä, wo sie die fränkische Garnison von la Mahomerie ( al-Bîra ) überraschte. Alle drei Monate wurde Askalons Garnison abgelöst, und die Neue bestand darauf, in fränkischem Gebiet eine Razzia zu machen.

König Fulko von Anjou (1131-1143) bemühte sich deshalb das Grenzgebiet von Judäa zu befestigen um das Land sicher zu stellen. Er ließ an der Grenze Festungen bauen: Ibelin, Blanche Garde ( Tell el-Safi ) und Beth Gibelin. Die Folge war ein größeres vertrauen der Bevölkerung und der Anbau von manchen früher unkultivierten Tälern; damit stiegen auch die Einkommen der Lehnherren.

Im Jahre 1150 unternahm Balduin III. (1143-1163) die antike Gadra (heute Gaza) von ihren Trümmern wieder aufzubauen. Er errichtete eine Festung, die mit der Stadt den Templern gegeben wurde. Gadra lag südlich von Askalon, das also von Ägypten abgeschottet war. So blieb für die Ablösung der Garnison von Askalon nur noch der Weg über das Meer offen.

Am 25.Januar 1153 profitierte König Balduin von den Unruhen in Ägypten , um mit Begleitung des Klerus von Jerusalem und dem Wahren Kreuz Askalon zu Belagern. Gerhard von Sidon blockierte die Stadt mit 15 Galeren. Nach etwa zwei Monaten kamen die Pilger hinzu, die zu Ostern aus dem Abendland kamen. Ein Holzturm wurde gebaut, mit Lederschutz gegen das Feuer. Nach Ankunft von Nachschub einer ägyptischen Flotte muuste die fränkische Flotte zurücktreten. Ermutigt zündeten die Belagerten den Holzturm an. Damit beschädigten sie aber die Stadtmauer, und 40 Tempelritter mit Bernard de Tremelay, dem Großen Meister, konnten in die Stadt eindringen. Sie verboten anderen Rittern ihnen zu folgen, und wurden getötet. Ihre Leichen wurde an der Mauer ausgehängt. Danach versuchten die Moslems vergeblich einen Ausbruch. Schmießlich forderten sie von König Balduin eine ehrenhafte Ergebung – âman. Am 19. August 1153, nach 6 Monaten, räumten die Einwohner die Stadt „mit gesamtem Harnisch“. Königliche Truppen begleiteten sie bis nach Laris (El-Arish) in Ägypten. Die Franken zogen in die Stadt hinter dem Wahren Kreuz wie 1098 i Jerusalem.

Von Askalon aus unternahm König Amalrich (1163-1174) nicht weniger als sechs Feldzüge gegen das Ägypten der Fatimiden. Die Machtergreifung von Saladin (1169-1193) änderte die Lage.

Im November 1177, während die Franken von Graf Philip von Elsass im Norden kämpfte, ging Saladin auf Askalon zu. König Balduin IV. der Aussätzige (1174-1185) verfügte nur über ca. 500 Ritter! Nachdem er das Gebiet geplündert hatte ließ saladin seine Gefangenen von Askalon enthaupten. Entsetzt stießen die Franken aus der Stadt heraus, verjagten die Moslems und schlugen sie im Wadi al-Dahr, in der Nähe von Montgisard (Tell Jezer).

Nach dem Sieg von Hattin (1187) beschloss Saladin Askalon noch vor Jerusalem zu nehmen, weil die Stadt seine Verbindungen zwischen Ägypten und Syrien störte. Askalon hatte keine Garnison mehr, aber die Bürger waren entschlossen sich zu verteidigen. Saladin überzeugte seinen Gefangenen Guido von Lusignan, Herr von Askalon, sie zur Übergabe zu überreden. Die Askaloner verspotteten ihn als „Totengräber des Königreiches Jerusalem“ und kämpften bis zur letzten Kraft. Am 5. September 1187 erhielten sie eine ehrenhafte Kapitulation, und durften mit ihren Gütern in christliche Gebiete ziehen.

Nach einer Niederlage gegen Richard Löwenherz (1189-1199) in Arsuf, musste Saladin zusehen, wie seine Emire die Verteidigung von Askalon verweigerten, aus Angst wie die Verteidiger von Akkon enthauptet zu werden. Saladin verließ die Stadt, nachdem er die Stadtmauer schleifen ließ. Anfang 1192 ließ Richard die Mauer wieder aufbauen. In den Verhandlungen mit Saladin akzeptierte er aber, dass sie zum zweiten mal geschliffen werde.

Während des „Dichterkreuzzugs“ im Jahre 1239 begannen die Franken die Mauer neu zu errichten, mussten aber nach der Niederlage des Grafs von Bar in den Dünen von Wadi Gaza verzichten. Nach dem Friedensvertarg mit dem Sulten konnten endlich die Kreuzfahrer im Jahre 1240 die mauer von Askalon fertig bauen. Thibault de Champagne und die meisten Kreuzritter kehrten nach Europa zurück; Herzog Hugues IV. von Burgung blieb bis zur Vollendung der Baustelle im März 1241, und überließ Askalon den Johannitern. Die Stadt wurde nach der Niederlage der Franken in la Forbie ( heute Herbiyâ ) 1244 von Ägyptern vergeblich belagert.

Im Sommer 1247 begann die Belagerung von Emir Fakr el-Din ibn as-Sheikh, mit Unterstützung von 22 Galeren. Die Stadt bekam Hilfe vom König Heinrich I. von Zypern und von den Franken aus Syrien. Ein Sturm zerstörte die ägyptische Flotte, und die fränkischen Schiffe kehreten nach Akkon zurück. Mit dem Holz der Wracken ihrer Schiffe bauten die Moslems Belagerungsmaschinen und gruben einen Tunnel im sandigen Boden bis mitten in die Stadt. Am 15.Oktober 1247 konnten sie die Verteidiger überraschen; fast alle wurden entweder massakriert oder als Sklaven verkauft. Die Stadtmauer wurde endgültig geschliffen.